18 March 2021 (updated)

Kindern vorlesen: Darum ist laut vorlesen so wichtig

Auch in Zeiten von Smartphone und Internet sind Bücher nach wie vor wichtig für Kinder. Vor allem lautes Vorlesen hat einen positiven Einfluss auf die Kleinen.

Vorlesen beeinflusst Lernen positiv

Laut vorlesen hat viele positive Auswirkungen. Kanadische Wissenschaftler der University of Waterloo haben 2017 eine Studie veröffentlicht, die sich mit dem Zusammenhang von lautem Lesen und der Gedächtnisleistung beschäftigt. Dazu führten sie einen Test mit 95 Personen durch, bei dem diese geschriebene Informationen lernen sollten. Das Ergebnis war eindeutig: Sich beim Lernen selbst laut Vorlesen erzielte die besten Ergebnisse.

Doch lautes Lesen hilft nicht nur Erwachsenen beim Lernen. Auch unsere Kinder profitieren enorm davon, wenn wir ihnen ein Buch vorlesen.

Sprechen lernen durch Vorlesen

In erster Linie hilft lautes Vorlesen den Kleinen dabei, ihr Sprachgefühl zu entwickeln. Darum ist es so wichtig, mit dem Vorlesen bereits im ersten Lebensjahr der Kinder zu beginnen. Babys ahmen die Laute der Eltern nach, auch wenn sie das Vorgelesene noch nicht verstehen.

Doch auch ältere Kinder profitieren sprachlich enorm vorm Vorlesen. Sie lernen neue Wörter oder Phrasen kennen. Daher ist es wichtig, die vorgelesenen Bücher und Vorlesegeschichten immer wieder zu variieren. Bücher unterschiedlicher Autoren oder Genre verfügen über unterschiedliche Stile. Diese erweitern den Sprachhorizont der Kinder. Eine bunte Mischung aus traditionellen Märchen, den Reimen von Wilhelm Busch oder vorgelesenen Erzählungen von Astrid Lindgren sorgen für Abwechslung im Kinderzimmer.

Lautes Vorlesen fördert die Fantasie

Neben der sprachlichen Förderung regt lautes Lesen auch die Fantasie an. Kinder entdecken durch ein Buch neue Lebenswelten oder reisen in Gedanken in ferne Länder. Sie erleben Abenteuer mit den Titelfiguren, die sie dann auch oft im täglichen Spiel umsetzen.

Darüber hinaus trägt das Vorlesen zum Training der Konzentration bei. Allerdings sollte die Länge der vorgelesenen Geschichte dem Alter des Kindes entsprechen, notfalls lassen sich Textpassagen kürzen oder weglassen.

Vorlesezeit ist Qualitätszeit

Besonders wichtig ist das Vorlesen als Quality Time. Besonders berufstätige Eltern nutzen eine Vorlesestunde, um sich intensiv mit ihrem Kind zu beschäftigen. Sich zusammen aufs Sofa kuscheln und gemeinsam in ein Buch oder eine Geschichte eintauchen – es gibt wohl kaum eine einfachere Möglichkeit der Zuwendung.

Damit die gemeinsame Zeit auch wirklich von Qualität zeugt, solltest du dich ganz deinem Kind widmen. Also schalte dein Smartphone aus und verbanne Gedanken an Haushalt oder Arbeit aus deinem Kopf. Widme dich ganz deinem Kind und der Situation des Vorlesens. Kinder spüren, wenn Eltern nur halbherzig bei der Sache sind. Außerdem merken sie, wenn du beim Lesen stockst und verlieren dann schnell die Lust am Zuhören.

Empowerment durch Vorlesen

Diese gemeinsame Vorlesezeit hat ebenso zur Folge, dass die Kommunikation zwischen Kindern und Eltern gefördert wird. Dieser Aspekt gilt aber selbstverständlich nicht nur für Babys und Kleinkinder. Vor allem Kinder im Kindergarten- oder Schulalter profitieren erheblich davon.

So ist es wichtig, mit älteren Kindern über das Gelesene zu sprechen. Dieser Austausch fördert auch die Meinungsbildung: „Was denkst du über die Geschichte? Hat die Figur sich richtig verhalten?“

Das Besprechen des Gelesenen ist vor allem wichtig bei nicht mehr zeitgemäßen Erzählweisen: „Die Prinzessin muss nicht auf den Prinzen warten, der sie rettet. Jeder Mensch kann sein Leben selbst in die Hand nehmen, unabhängig und selbständig Entscheidungen treffen.“

Deswegen ist nicht nur das laute Vorlesen an sich so wichtig, sondern auch die Auswahl empowernder Kinderbücher und Geschichten. Zum Glück gibt es mittlerweile immer mehr Bücher zu lesen, in denen starke Mädchen oder farbige Kinder die Hauptrolle spielen. Solche Heldinnen und Helden steigern das Identifikationspotenzial der Kinder und stärken ihr Selbstbewusstsein.

Das richtige Buch zum Vorlesen auswählen

Gemeinsam lesen soll trotz allem nicht nur der Förderung dienen, sondern hauptsächlich die Eltern-Kind-Beziehung stärken. Darum ist es wichtig, gemeinsam mit dem Kind ein Buch zu wählen. Das gemütliche Vorlesen kann schnell nervig und anstrengend werden, wenn dein Kind sich langweilt, weil das Thema nicht interessiert oder die Sprache noch zu schwierig ist.

Gerade für jüngere Kinder sind kurze Geschichten mit vielen Bildern oft fesselnder. Sie können in Ruhe die Zeichnungen betrachten, während sie deinen Worten lauschen. Wenn du beim Lesen verschiedene Stimme einsetzt, wird dein Kind dir ebenfalls gespannt zuhören. Sobald Kinder das Lesen selbst lernen, werden Illustrationen zu den Geschichten weniger wichtig. Oft wollen die kleinen Schüler dann mit auf den Text schauen, um die Buchstabenfolgen zu erkennen. Das Vorlesebuch solltest du also entsprechend dem Lesestand deines Nachwuchses wählen.


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