18 March 2021

Hyposensibilisierung bei Heuschnupfen - Gegen das Jucken in der Nase

Hyposensibilisierung kann bei lästigen Allergiebeschwerden langfristig helfen. Lerne hier, wie du durch Desensibilisierung den Frühling allergiefrei genießen kannst.

Hyposensibilisierung - Langfristige Lösung für Allergiker?

Sobald die ersten Blumen im Frühling blühen, kennen viele Menschen die lästigen Nebenwirkungen des Frühjahrs: Juckreiz in der Nase, gerötete Augen und ständiges Niesen. Heuschnupfen ist leider der Alltag vieler Allergiker im Frühjahr und kann die Lebensqualität in den warmen Jahreszeiten stark einschränken.

Anders als antiallergische Medikamente kann Hyposensibilisierung dafür eine nachhaltige Behandlung sein. In dem der Patient dem Allergen gezielt ausgesetzt wird, hilft diese Therapie, den Körper an das Allergen zu gewöhnen und so allergische Reaktionen bis zu 40 Prozent zu reduzieren. Hypersensibilisierung kann dabei sogar schwerwiegende Reaktionen wie allergisches Asthma oder einen allergischen Schock vorbeugen. Doch was ist Hyposensibilisierung genau und wie funktioniert sie?

Was ist Hyposensibilisierung?

Hyposensibilisierung ist eine spezifische Immuntherapie, bei der dem Patienten in kontrollierter Dosis das Allergen zugeführt wird.

Es ist also eine Art Training, das deinen Körper nach und nach an den allergieauslösenden Stoff gewöhnt.

Indem der Körper also vorsichtig an das Allergen herangeführt wird, werden nicht nur die Symptome, sondern auch die Ursache der Allergie bekämpft.

Die allergenspezifische Immuntherapie folgt dabei einem einfachen Prinzip: Bei Heuschnupfen reagiert dein Körper auf harmlose Substanzen mit einer Überreaktion. Indem dein Immunsystem über die Zeit lernt, die Stoffe nicht mehr zu bekämpfen, wird diese allergische Überreaktion an der Wurzel bekämpft.

Wie läuft die Hyposensibilisierung ab?

In der Regel wird die Therapie durch Tropfen oder Impfungen durchgeführt.

1. Die Behandlung mit Tropfen oder Tabletten

Perfekt für Menschen mit einer Phobie vor Spritzen! Mittlerweile gibt es die Möglichkeit, die Hyposensibilisierung mit Medikamenten (Tropfen oder Tabletten) durchzuführen.

In der sogenannten sublingualen Immuntherapie werden die Allergene durch Tabletten oder Tropfen in der Regel täglich verabreicht. Diese behältst du einige Minuten unter der Zunge und schluckst sie dann runter. Somit kannst du die Therapie in Absprache mit einem Allergologen ganz einfach von zu Hause vornehmen.

Vorteile der Behandlung mit Tropfen oder Tabletten

  • Bequem von zu Hause: In Absprache mit deinem Arzt, kannst du die Behandlung einfach von zu Hause aus durchführen. Die Arztbesuche entfallen also nach der Beobachtung der Einnahme der ersten Dosis.
  • Weniger Nebenwirkungen? Wie jede Therapieform, hat auch die spezifische Immuntherapie durch Tropfen oder Tabletten ihre eigenen Nebenwirkungen. Manche Patienten beklagen Magen-Darm-Beschwerden und einer leichten allergischen Reaktion im Mundbereich. Jedoch sind diese Nebenwirkungen in der Regel harmlos und geringfügiger als die möglichen Nebenwirkungen einer Hyposensibilisierung durch Impfungen.

2. Die ,,Allergie-Impfung"

Die klassische Form der Desensibilisierung ist jedoch immer noch die Injektion des jeweiligen Allergens.

In einer Spritze wird dir der Erreger der Allergie wöchentlich unter die Haut gespritzt und so dein Immunsystem auf die nächste Allergie-Saison vorbereitet. Zu Beginn wird die Dosis immer weiter gesteigert, um sie dann schließlich nur alle vier bis sechs Wochen zu spritzen.

Vorteile der ,,Allergie-Impfung":

  • Regelmäßiger Austausch mit deinem Arzt: Bei einer Impftherapie stehst du im ständigen Kontakt mit deinem Arzt. So kannst du jegliche Fragen oder Sorgen klären, die du bei deiner Behandlung haben solltest.
  • Weniger Stress im Alltag: Bei einer Hyposensibilisierung durch Impfungen musst du dich nicht täglich mit deiner Allergie auseinandersetzen. Anstatt jeden Tag eine Tablette schlucken zu müssen, musst du lediglich einmal im Monat zum Arzt gehen.

Wann kann die Behandlung begonnen werden?

Je früher du die Hyposensibilisierung beginnst, desto größer sind ihre Erfolgschancen. Solltest du also allergische Symptome wie Schnupfen, Bindehautentzündungen oder gar Asthma beobachten, solltest du schnellstmöglich deinen Allergologen konsultieren, um mit der Therapie zu beginnen.

Bei einer Pollenallergie solltest du deinen Arzt im besten Falle im Herbst aufsuchen, um dein Immunsystem für die nächste Heuschnupfen-Saison vorzubereiten.

Wie lange dauert die Therapie durch Hyposensibilisierung?

Je nachdem, was für eine Therapieform dir dein Arzt empfiehlt, dauert diese unterschiedlich lange an.

In der Regel braucht die Immuntherapie aber bis zu fünf Jahren.

Bei Pollenallergien besteht die Möglichkeit einer Kurzzeit-Immuntherapie. Hier werden die Allergene in möglichst hoher Dosis verabreicht, sodass du bereits in wenigen Monaten gegen die Pollen gewappnet bist.

Hyposensibilisierung: Bekämpfe deinen Heuschnupfen effektiv

Hyposensibilisierung ist gegen Heuschnupfen eine effektive und nachhaltige Therapie. Während Antihistaminika lediglich deine Symptome hemmen, bekämpft eine langfristige Desensibilisierung deine Allergien an der Ursache des Problems und können so deine Lebensqualität ungemein verbessern.

Wie jede Therapie hat aber auch diese Immuntherapie eigene Nebenwirkungen und so solltest du bei Interesse auf jeden Fall deinen Arzt konsultieren.


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